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Immer mehr politisches Engagement

Heinrich Böll engagiert sich zunehmend politisch in der sozialdemokratischen Wählerinitiative zur Bundestagswahl. 1972 gibt es eine öffentliche Kontroverse über Bölls Spiegel-Artikel "Will Ulrike Meinhof Gnade oder freies Geleit?".

Die verlorene Ehre der Katharina Blum Im Jahr 1974 erscheint Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann". Die Erzählung thematisiert die kriminellen Formen der Meinungsmanipulation durch die Boulevardpresse.
Im Vorjahr schmuggelte Böll einige Manuskripte des sowjetischen Schriftstellers Alexander Solschenizyns in den Westen und ermöglichte so erste Veröffentlichungen. Im März 1974 nimmt er Solschenizyn auf.
Bölls politisches Engagement wird durch die Verleihung der "Carl-von-Ossietzky-Medaille" der Internationalen Liga für Menschenrechte gewürdigt. 1981 engagiert sich Böll in der Friedensbewegung. Unter anderem hält er eine Rede bei der ersten Bonner Demonstration gegen den NATO-Nachrüstungsbeschluss.
Auch 1983 setzt er sein politisches Engagement fort und beteiligt sich an der Blockade des US-Militärdepots Mutlangen. Er hält eine Ansprache auf der zentralen Friedensdemonstration am 22. Oktober in Bonn.
Im selben Jahr wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Köln sowie die Ernennung zum Professor durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen zuteil. Bedingt durch seine politischen Aktivitäten spiegelt sich in Heinrich Bölls Spätwerk eine zunehmende Politisierung und Verbitterung wieder.



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